L.I.T. AG

Mit welchem Ziel sind Sie am Anfang in die UnternehmensgrĂŒndung gegangen und wie sind Sie dabei auf den Firmennamen L.I.T. gekommen?: Wo sehen Sie die grĂ¶ĂŸte Innovationskraft in der L.I.T. Gruppe?

Mit welchem Ziel sind Sie am Anfang in die UnternehmensgrĂŒndung gegangen und wie sind Sie dabei auf den Firmennamen L.I.T. gekommen?: Wo sehen Sie die grĂ¶ĂŸte Innovationskraft in der L.I.T. Gruppe?
INTERVIEW MIT FOKKE FELS |
VORSTANDSVORSITZENDER DER L.I.T. AG WIR WOLLEN QUALITATIV UND QUANTITATIV WACHSEN

INTERVIEW MIT FOKKE FELS | VORSTANDSVORSITZENDER DER L.I.T. AG

WIR WOLLEN QUALITATIV
UND QUANTITATIV WACHSEN

2018 HATTE L.I.T. DAS 30-JÄHRIGE FIRMENJUBILÄUM. GRUND GENUG, FOKKE FELS ZU DEN ANFÄNGEN UND DER ENTWICKLUNG DER L.I.T. GRUPPE ZU BEFRAGEN

Ziel war es, selbststĂ€ndig zu sein, um im Logistikbereich etwas zu erreichen. Übergeordnet strebte ich Freiheit an. Wir waren zu Beginn drei Leute: Dieter Lauschke, Roland Schiefke und ich. Roland Schiefke war unser Informatiker, stellvertretend fĂŒr das »I« im Unternehmensnamen. Jeder GrĂŒnder stand mit seiner TĂ€tigkeit fĂŒr einen Buchstaben. Ich habe den Logistikpart ĂŒbernommen und Lauschke den Transport, so ergab sich L.I.T. Von Anfang an waren wir mit großer Euphorie dabei und erfolgreich, obwohl wir in einen total besetzten Markt eingetreten sind. Die Wiedervereinigung hat uns einen unglaublichen Push gegeben und den Markt neu sortiert – was uns in die Karten gespielt hat. Bereut habe ich es bisher noch nie so richtig – abends gelegentlich, morgens ist es dann schon wieder anders (lacht). Das GefĂŒhl von Freiheit ĂŒberwiegt im Zweifel immer.

Bei mir sehe ich sie in dem Ehrgeiz, nicht stehen bleiben zu wollen sowie qualitativ und quantitativ zu wachsen. Stehen bleiben heißt fĂŒr mich, abgehĂ€ngt zu werden. Wenn wir uns an diesem Ansatz orientieren, sind wir auch innovativ. Innovation kann sehr vielfĂ€ltig sein – wir mĂŒssen auch einmal »VerĂ€nderungsmanager« sein. Wir möchten aber auch ein guter und verlĂ€sslicher Arbeitgeber sein. Wenn wir das ernsthaft erreichen wollen, mĂŒssen wir immer vorne sein, das bedeutet, ĂŒber Innovationen neue ArbeitsplĂ€tze zu schaffen.

Wo sehen Sie L.I.T. in zehn Jahren?

Wir wollen frei und unabhĂ€ngig sein, nicht getrieben. Vor 15 bis 20 Jahren galt das Credo: Der erfolgreiche Spediteur ist der, der keine eigenen Autos hat, man sollte »asset-arm« agieren. Das haben wir gezielt nicht gemacht. Sicherheit steht bei uns an oberster Stelle. Daher sind wir einen anderen Weg gegangen und werden dies auch weiterhin tun. Wenn wir vor der Entscheidung stehen »make or buy«, neigen wir zu »make«. Immer mit dem Hintergedanken, dass wir Sicherheit erreichen wollen – daher auch die Ausweitung der GeschĂ€ftsfelder, wie zum Beispiel im Bereich Personallogistik. Renditeoptimierung und Spezialisierung sind gut, wenn es lĂ€uft, wenn nicht, sind sie ein Drama. Wir wollen breit aufgestellt sein. Der zugrundliegende Gedanke ist dabei UnabhĂ€ngigkeit. Durch unser Wachstum in den letzten fĂŒnf Jahren haben wir einen guten Puffer aufgebaut, sodass wir weiter vorne schwimmen können und die Haie in der Branche nicht so leicht an uns herankommen. Sollte sich der Markt durch Rezession Ă€ndern, können Fusionen die VerhĂ€ltnisse schlagartig Ă€ndern. Wir mĂŒssen das Tempo hochhalten und weiterhin Dinge machen, die zu uns passen. Der Markt wird in zehn Jahren ĂŒberschaubarer werden, daher sage ich: Wir sind in zehn Jahren ein fĂŒhrendes, mittelstĂ€ndisch geprĂ€gtes Transport- und Logistikunternehmen in Europa, nicht mehr nur in Deutschland.

Gibt es Wettbewerber, bei denen wir uns etwas abgucken können?

Wir mĂŒssen stĂ€ndig Ausschau halten nach guten Ideen, die wir fĂŒr uns nutzen können. Wir sollten nie so arrogant sein, uns auf unseren Lorbeeren auszuruhen. Es gibt immer jemanden, der mit neuen LösungsansĂ€tzen um die Ecke kommt. Wir prĂŒfen dann, inwiefern sie auch etwas fĂŒr uns sein können.

Was sind Ihre drei wichtigsten persönlichen Werte?

VerlĂ€sslichkeit, Sparsamkeit, Innovationskraft. Sparsamkeit verbinde ich im Kern damit, das Geld richtig auszugeben. Es ist fĂŒr mich ein bewusster Umgang mit Geld. Die Sparsamkeit, die wir im Betrieb leben mĂŒssen, kann auch sein, einmal 1.000 Euro mehr auszugeben, wenn der langfristige Ertrag beziehungsweise die Rendite gegeben ist.